„Twitter, Facebook, Forscherblog: Gerade Wissenschaftlern eröffnet das World Wide Web Chancen, mit vielen Menschen außerhalb der Fachwelt in Dialog zu treten. Doch die Schritte ins Netz wollen gut geplant sein.“ (Carsten Könneker, Chefredakteur von Spektrum der Wissenschaft) Wenn selbst der (konservative) Deutsche Hochschulverband in seinem aktuellen Heft von Forschung und Lehre sich dieser Thematik annimmt, aber auch der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ganz aktuell einen zweiteiligen Podcast zu „Social Media in der Wissenschaftskommunikation“ auf seiner Homepage postet, dann tut sich etwas in der Wissenschaftskommunikation der Bundesrepublik Deutschland.
Um was geht es denn jetzt eigentlich, denn das Thema ist ja bereits seit einigen Jahren virulent? Wer wissenschaftlich arbeitet und auch veröffentlicht, muss sich im Zeitalter vernetzter Publikationen und Kommunikationskanälen des Web 2.0 immer mehr mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
- Wie ist wissenschaftliches Arbeiten und Publizieren der Zukunft zu bewerkstelligen?
- Welche Rolle spielen dabei Social Networks, vor allem Wissenschaftsblogs, und andere Social Media-Kanäle für die Wissenschaftskommunikation?
- Welche Kommunikationsmittel des Web 2.0 werden sich zukĂĽnftig in der Wissenschaftskommunikation durchsetzen?
- Was macht „Science 2.0“, „Open Research“ oder das      „Semantic Web“ eigentlich aus?
- Wo liegen die Potentiale, aber auch Risiken von Open Access, Open Data oder Open Science?
Wer sich zum Status eines „wissenschaftlicher Blogs“ kundig machen möchte, ist z.B. in der Wissenswerkstatt und Marc Scheloske bestens aufgehoben (Arten und Veränderungspotential von Wissenschaftsblogs, Rolle von Blogs in der Scientific Citizenship, Grenzen von Wissenschaftsblogs).      Für potentiell interessierte Forscher nicht uninteressant auch der Wettbewerb um das       wissenschaftliche Blogposting des Jahres.
Zunehmend lassen sich aber auch quantitative und qualitative Social Media Monitoring-Studien zur wissenschaftlichen   Twitter-Nutzung finden, was sich natürlich auch fachspezifisch dokumentieren lässt, z.B. im Blog des Handelsblattes Handelsblog für Deutsche Ökonomen, wobei die Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaft bei den Institutionen auf einem der vorderen Ränge landet.
Deutsche Wissenschaft auf Twitter bietet jetzt aber auch relativ aktuell Beatrice Lugger auf SciLogs.
Einen höchst interessanten Ansatz verfolgt Ulrich Herb mit der Frage nach der Nähe, gar Übertragbarkeit des Citation Impact Factors auf wissenschaftliche Social Media-Aktivitäten:
„Meiner Ansicht nach hat Social Media Impact zumindest zwei Facetten:
- Den eigenen Impact von Social Media Beiträgen: Verfügen diese, als nicht-formelle Publikationen außerhalb anerkannter Organe (Journals, Konferenzbände, Monographien, etc.), über einen unter Wissenschaftlern anerkannten Impact?
- Die Credit Funktion von Social Media Beiträgen: Verleihen Erwähnungen, Besprechungen und Verlinkungen formaler Verlagspublikationen in Social Media Services diesen Publikationen einen eigenen Impact fernab der Zitationen in anderen Journals? Falls ja: Wie korreliert der Social Media Impact mit dem Citation Impact?“
Was bedeutet das für die HSU? Wie ist die Repräsentanz der rund 300 akademisch Lehrenden und Forschenden auf den einzelnen Social Media-Plattformen? Wie hoch würde der Social Media Impact für die wissenschaftliche Community der HSU sein? Einen Einstieg hat hier die hiesige Bibliothek gewagt, in dem sie die zahlenmäßige Repräsentanz der rund 100 HSU-Professuren auf Twitter, Facebook, Google+, Homepage und Xing ermittelt hat.








Danke fĂĽr den Beitrag.
Die “Repräsentanz der HSU-Professuren auf Twitter, Facebook, Google+, Homepage und Xing” wĂĽrde uns allein schon aus empirischer Sicht sehr interessieren, denn die Datenlage ist dazu ja gelinde gesagt schlecht. Wir selbst haben gerade ein Forschungsprojekt mit 1.000 Befragten, 30 Tiefeninterviews und teilstandardisierten Web-Analysen abgeschlossen (Social Media in Science, SMS). Erste Ergebnisse sollen im Herbst publiziert werden. Ich hatte das u.a. selbst jĂĽngst auf der “Science and Internet Conference 2012″ (Uni DĂĽsseldorf) vorgestellt, glaube aber nicht, dass der Vortrag dort bereits abrufbar ist. Erste Infos in jedem Fall hier >> http://innokomm.eu/home/forschung/open-science/SMS und in einigen Wochen wie gesagt mehr…
…ach ja, zu allen oben von Ihnen erwähnten Themen gibt es Schulungsangebote der Akademie, zum Teil sogar mit genau den Dozenten, die oben als Experten benannt sind >> http://innokomm.eu/Akademie