Author: Werner Tannhof

Twitter für die Forschung? Soziale Netzwerkplattformen gehören zum wissenschaftlichen Arbeiten

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut, Mareike König, hat in einem bemerkenswerten Blogbeitrag auf hypotheses.org (einer Plattform des DHI für die digital humanities)einen detaillierten Überblick unter dem Titel „ Twitter in der Wissenschaft: Ein Leitfaden für Historiker/innen“ vorgelegt. Warum sollten Historiker twittern? Einige Gründe dafür sind zum Beispiel:

1. Die Informationssuche

2. Das auf dem Laufenden bleiben

3. Die Verbreitung von Nachrichten

4. Der Austausch über einen wissenschaftlichen Gegenstand

5. Die Vernetzung mit Fachkollegen

6. Die universitäre Lehre

7. Das Wissenschaftsmarketing und PR
In aller gebotenen Kürze hilft Mareike König allen (bisher noch ahnungslosen, aber) interessierten Historikern mit einer kompakten „How-To-Anleitung“:

Wie melde ich mich an?

Wer tweetet in meinem Fach?

Wie lese ich die Tweets (Timeline)

Was könnte ich inhaltlich twittern?

Was gebe ich an Interessantem weiter (Retweets)?

Was bringt eine „inhaltliche“ Kennzeichnung (Hashtags)?

Wie suche ich bei Twitter?

Wie kann ich meine Aktivitäten auf Twitter messen (Monitoring)?

Wann setze ich Tweets ab und wie viele?

Gleich mitgeliefert werden Zusammenstellungen twitternden Fachkollegen im nationalen und internationalen Bereich (es sind bisher nicht gerade viele Historiker).

Dem häufig vorgebrachten Argument, den Wissenschaftlern, hier speziell den Historikern, mangele es an Zeit, kann die Autorin mit dem Hinweis entkräften, dass das aufgebrachte Zeitvolumen für die Nutzung von Twitter die mit diesem Tool verbrachte Zeit eine gute und sinnvolle, weil letztendlich zeitsparende Investition sei.

In einem Kommentar zu Warum Historiker (nicht) twittern vermerkt der Community Manager der Hamburger Staatsbibliothek, Markus Trapp: „Es ist leider bei den allermeisten Wissenschaftlern so: die Sozialen Medien werden größtenteils aus Ignoranz abgelehnt. Es hilft nur die beharrliche Aufklärungsarbeit, die einerseits ermüdend ist, die andererseits aber zur erfreulichen Erfahrung führt, dass jene Wissenschaftler, die sich ernsthaft mit den Einsatzmöglichkeiten von Tools wie Twitter oder dem fachlichen Austausch in Blogs beschäftigen, sehr schnell den Nutzen für ihre Arbeit – und ja, auch den Spaß daran – erkennen.“

Schaut man sich dazu die bereits sehr erfolgreichen Aktivitäten einzelner sozialer Netzwerkplattformen an (z.B. das Blogportal für die deutschsprachige Geisteswissenschaften, die Deutsche Wissenschaft auf Twitter, die HSK – Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften oder aber die Rezensionsplattform für europäische Geschichtswissenschaft), so liegt der Schluss recht nahe, dass bereits jetzt wissenschaftliches Arbeiten ohne die Nutzung sozialer Netzwerkplattformen unzulänglich bleiben muss.

 

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